Wikileaks zieht nach Berlin

Ein Wikileaks-Klon steht in den Startlöchern

Die Ereignisse der letzten Wochen und Monaten zeigen, wieviel Marktpotential in dem Produkt „Information“ steckt. Nachrichten überschlagen sich täglich im Fall Wikileaks. Somit können wir schon von einer Renaissance der „Information“ sprechen, seit dem Beginn des Internetzeitalters. Wo „Informationen“ ziemlich frei durch das Netz fluktuierten, dienen sie heute als Waffe. Dieser Artikel möchte das Thema selbst umreißen oder einen Überblick verschaffen, um die Brisanz der Thematik  zu veranschaulichen und um dann wiederum Entwicklungschancen für Startups zu verdeutlichen. Zu guter Letzt werde ich euch zwei Berliner Startups vorstellen, die mit verschiedenen Herangehensweisen das Produkt „Information“ an den Mann bringen.

Die Übersicht

Schauen wir uns also mal die Debatte um Wikileaks an. Zieht das Thema nicht schon unvorstellbare Kreise? Ein erster Einblick bietet das Video.

Da geht es um Meinungsfreiheit und Pressefreiheit, Privatsphäre/ Ethik und nationale Sicherheiten, Machtstrukturen und Journalismus im generellen Sinne oder um die Frage der Aufklärung und wie weit sie gehen muss.

Die Produktentwicklung des Produkts „Information“

Im Grunde erfahren wir eine besondere Entwicklung. Wer hätte gedacht, dass „Informationen“, die auf den ersten Blick einen neutralen Charakter besitzen, solche ein Gewicht tragen können und sogar polarisierend sind? Die Diskussionen erinnern mich auch ein Stück an die Zeit der Steuersünder- CD. Da entschieden sich Staatsdiener für den Kauf des Produkts „Information“. Wahrscheinlich weil es ihr Bedürfnisse gedeckt hat. Heute stehen die gleichen Personen an vorderster Front, wenn es darum geht, dem Produkt keinen Markteintritt zu gewähren, mit übrigens den unterschiedlichsten Argumentationen. Damals wurden solchen Argumentationen kein Gehör geschenkt.

Die Reaktion auf dem Markt

Das gesamte Internet selbst wird in einigen Fällen in Frage gestellt. Große Zeitungen wie die „New York Times“ werden für ihr Vorgehen kritisiert (US-Senator stellt Presse an den Pranger). Wiederum nehmen sich einige Magazine wie „Der Spiegel“ es zu Herzen und entwickeln eine Produktdiversifikation, wie „Der Spiegel- Special“.

An einer anderen Stelle zeigt sich, mit welcher nüchternen Haltung die Entwicklung betrachtet werden kann. Der Radiomoderator Ruch Limbaugh zog den Vergleich mit Hollywood und Bittorrenz. Auch Hollywood fühlte sich von Torrenz-Anbietern bedroht und setzte einiges in Bewegung, um es den Anbietern schwer zu machen. Die Erkenntnis, dass man gut beraten ist, wenn man sich der Realität stellt, galt als eine „bittere Pille“ für Hollywood (Wikileaks ist das Napster der Regierenden). Selbst in Wikileaks- Reihen entsteht eine Gespaltenheit. Der Markt erzeugt dem zu Folge einen Druck auf die Unternehmer, der so weit geht, dass sie die Überlegung antreten müssen ob sie das Produkt noch so auf dem Markt bringen sollen. Man bedenke aber, es liegt nicht an der Nachfrage. Denn nachgefragt wird das Produkt.

Die Angst der Marktteilnehmer

Es existieren nur keine echte Konkurrenz. Jedoch spüren Marktteilnehmer in anderen Branchen oder auf anderen Märkten das Potential und die damit verbundene Machtstellung und Einflussreichweite. Ganze Stakeholders der Unternehmung, Wikileaks, springen ab, mit der Begründung, die Unternehmung hätte sich des Vertragsbruchs schuldig gemacht(Assange greift Finanzdienstleister an). Sogar einzelne Domainnamen werden hier und da gesperrt, mit ähnlichen Begründungen. Die vorübergehende Lösung für Wikileaks ist die Verwendung der IP- Adresse.

Die abgeleiteten Geschäftsideen

Sicherlich brüten schon viele schlaue Köpfe über die Möglichkeiten des idealen Ausbaus des Phänomens „Information“. Ein Berliner Startup nutzt die Gunst der Stunde. Ex-Wikileaker Daniel Domscheit-Berg steckt mitten in der Seedphase seines Unternehmens.

Das wäre vielleicht mal interessant zu erfahren, wie häufig neue Unternehmer aus alten Unternehmungen hervortreten, mit dem Anspruch es besser machen zu können. Wie dem auch sei, lag Daniel Domscheit-Berg nicht auf der faulen Haut, sondern trieb bereits Marketing, für seinen neue Plattform Openleaks (openleaks.org). Mit der Veröffentlichung seines Buches, „Inside Wikileaks“ gelang es ihm seine Kundengruppe zu erkunden. Ob er dem Anspruch, „neu und besser“ gerecht wird, zeigt die Zeit.

Ein weiteres interessantes Beispiel finden wir auf dem Gründer-Portal gründerszene.de. Hier stellt sich ein Newcomer in einem Interview vor. Sein Startup Unternehmen spredder.de stellt eine Textplattform dar, im Prinzip I-Tunes für Texte. Ganz nach den Worten Ruch Limbaughs. Im Interview spricht der Gründer, Hajo Schumacher, über die Schwierigkeiten auf dem Gebiet der „Informationen“ und stellt mit seinem Modell eine interessante Alternative dar.

Abschließend möchte ich euch noch auf einen vielseitigen Beitrag in einem Blog „Wikileaks zwischen Aufklärung und Queryöffentlichkeit“ hinweisen.

In diesem Sinne, hoffe ich, dass wieder etwas für euch dabei war.

Zurück

Quellen

http://www.ctrl-verlust.net/wikileaks-zwischen-aufklarung-und-queryoffentlichkeit/#comments

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675251,00.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2010-12/wikileaks-kontrolle-transparenz?page=1

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/index-2010-1.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2010-12/openleaks-wikileaks-domscheit-berg

http://www.amazon.de/dp/3430201217/ref=nosim/?tag=yasni-21

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,734486,00.html

http://www.openleaks.org/

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11962265/492531/Die-Alternative-Openleaks-will-die-Fehler-von-Julian.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,733456,00.html

http://www.gruenderszene.de/interviews/hans-joachim-hajo-schumacher-spredder

Advertisements

3 Antworten zu “Wikileaks zieht nach Berlin

  1. Sascha S. Pfordte 19/12/2010 um 10:06

    Interessanter Artikel, wenn für meinen Geschmack etwas zu viel 🙂

    Ein Beispiel für ein Startup, dass aus altem Neu machen wollte und es gut gemacht hat: die Firefox-Community mit dem zur Verfügunggestellten Netscape-Code anfang der 2000er.

    Greets

  2. Pingback: Web 2.0 Monotoring, ein wachsender Markt « Berlin Internet-Startups

  3. Pingback: Web 2.0 Monitoring, ein wachsender Markt « Berlin Internet-Startups

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: