Deutschland schafft sich ab

eBusiness – Kein Platz für Familien?

eBusiness - Business ohne Familienkultur? (1)

Die Internetbranche in Berlin boomt, deutsche Familienunternehmen sind aber kaum vertreten unter den Internetmillionären. Das schadet jedem von uns!

Woran das liegt und warum ich anglikanisches Unternehmertum mit deutscher Sorgfalt empfehle – Gebts euch!

Keine Familienunternehmen im Netz

In der Internetbranche sind im Gegensatz zum stationären Handel oder im Handwerk kaum klassische Familienunternehmen unterwegs. Woran das liegt?

Ich vermute an der Kultur, die in der Branche vorgelebt wird und sich nicht mit der deutschen Familien- & Unternehmerkultur deckt. Im Gegensatz zur anglikanischen Kultur, die das kulturelle Fundament der Internetbewegung legt, wird in deutschen Familien nämlich mehr auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit sowie den Aufbau von Dynastien (4) gesetzt: ein Unterfangen, das sich im schnelllebigen „Netz“ schwer realisieren lässt (oder?).

Fehlende deutsche Kultur der Startups schadet den Nutzern

„Wenn ein Deutscher etwas baut, dann ists für die Ewigkeit!“, sagt man. Auch einer meiner Großväter hat gerne ein 1m³-Betongwürfel als Fundament für einen Zauneckpfeiler gegossen. Übertrieben? Vielleicht, aber das Ding hält heute noch!

Bei Internetunternehmen ist eine derartige Langlebigkeit eher die Seltenheit („MyBrands geht offline – Beginnt jetzt das Copycat-Sterben?“, 8), und genau diese langfristige Denke fehlt den Unternehmen der Branche und schadet letztlich uns – den Usern.

Da in der Regel der „Exit(us)“ schon vor der Gründung geplant ist, handeln alle Beteiligten shareholder value-orientiert (5). Diejenigen, die Geld reinstecken, wollen es nämlich auch wieder raushaben und zwar mehr als vorher, viel mehr. Um es kurz zu machen, ein wenig Malen nach zahlen: wie erhöhe ich auf dem Papier, z.B. EBITDA, den Wert eines Unternehmens, mit Investitionen oder hohen ausgezeichneten Gewinnen?

Weniger Sicherheit

Aus diesem Grund wird im Ergebnis aus allem Geld rausgepresst, was nicht niet- & nagelfest ist. Da sich persönliche Daten schlecht festnageln lassen, werden diese von den Unternehmen folglich auch gerne zum Geldverdienen („Datensicherheit in sozialen Netzwerken – mein Freund der Datenhändler“, 7) genutzt, ob man möchte oder nicht.

Entwicklung im Schneckentempo (1)Langsame Entwicklungszeiten

Zum anderen sind die Entwicklungszeiten für neue Features der Plattformen oft sehr lang und auch recht unspektakulär. Wie lange hat StudiVZ für einen vernünftig funktionierenden Chat (6) oder die Umsetzung eines Buschfunks, etc. gebraucht? Erinnert euch.

„Back to the Roots!“

Was den Unternehmergeist angeht, kann man viel aus der anglikanischen Kultur lernen, aber was den Aufbau gesunder Unternehmen angeht „take it the german way!“. In diesem Sinne appelliere ich an die kommende Gründergeneration wieder „deutscher“ zu gründen: „Back to the Roots“!

……………

Bild-Quellen:

(1) http://img.metro.co.uk/i/pix/2008/06/SnailFree_450x300.jpg, 17.12.2010, 12.00 Uhr

(2) http://www.geheimshop.de/bilder/haushalt/vorhaengeschloss/buegel/image1.jpg, 17.12.2010, 12.05 Uhr

(3) http://happybirthdaydeb.com/1994_files/family-silhouette.png, 17.12.2010, 12.11 Uhr

Online-Quellen:

(4) http://www.handelsblatt.com/deutschland-deine-dynastien-underberg-das-gruene-geheimnis;2704900, 17.12.2010, 12:21 Uhr

(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Shareholder_Value, 17.12.2010, 12:26 Uhr

(6) http://www.onlinekosten.de/news/artikel/31375/0/StudiVZ-testet-neue-Chat-Funktion, 17.12.2010, 12:39 Uhr

(7) http://www.stern.de/digital/online/datensicherheit-in-sozialen-netzwerken-mein-freund-der-datenhaendler-636203.html, 17.12.2010, 12:41 Uhr

(8) http://www.gruenderszene.de/news/mybrands-geht-offline-%E2%80%93-beginnt-das-copycat-sterben, 19.12.2010, 10:25 Uhr

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5 Antworten zu “Deutschland schafft sich ab

  1. Sascha S. Pfordte 19/12/2010 um 10:20

    Zum Thema Nachhaltigkeit und Shareholdervalue:
    Gimahhot nach „Restrukturierungsmaßnahmen” profitabel -> http://www.gruenderszene.de/news/amazon-gimahhot-hitmeister

  2. The Shaman 21/12/2010 um 14:39

    Ich denke, es sind vielleicht noch die letzten Tropfen der Schnell-Schnel-Wirtschaft, die sich auf den rel. neuen Markt stürzen. Oder aber auch der Anfang vom Ende…….Wer lässt nicht gerne sein Geld arbeiten? Nur die Großen investieren in nachhaltige Projekte. Groß in Moral, Verständnis und Ethik, meine ich. Wie in der Welt der Fische. Je größer der Fisch, um so gemütlicher aber auch nachhaltiger bewegt er sich in seinen Gewässern. Vielleicht ist es aber auch ein Thema der Landschaftsplanung und -architektur. Wollen wir denn eine Internetwelt, die einfach von großen Konzernen stereotypisch aufgebaut wird? Seiten mit kultischen Kleinanzeigen gehen dahin. Die Individualität bleibt auf der Strecke. Facebook setzte sich ebenfalls durch, bei dem jede Profil-Maske gleich aussieht, keine flexible Theme-Einrichtung.
    Sooooo…. Das war mal spontan aus dem Bauch heraus gesprochen. Sicherlich finden wir noch viele Beispiele.

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