Der Sinn des Lebens…. und wie man Management im Unternehmen und Privaten managt…

Ich habe gestern einen sehr interessanten Artikel im Harvard Business Manager gelesen, welcher mir die Wichtigkeit des Themas wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Ich persönlich denke oft daran, aber in meiner Umwelt kommt es mir nicht so vor, als ob viele Personen daran denken und wenn, dann zu wenig. Dabei sollte sich jeder diese Frage stellen: Was ist der Sinn des Lebens?

Dabei geht es in diesem Fall weniger darum, zu überlegen, was Gott für einen Sinn im Leben sieht, sondern was halten wir für sinnvoll in unserem Leben.

Was hat das für Berliner StartUps zu bedeuten? In Großstädten herrscht meist ein unpersönliches, hektisches Leben, in dem Menschen schnell depressiv und gestresst werden. Gerade Gründer stehen unter enormen Druck, dann kommt noch das schnelllebige Umfeld hinzu und ehe sich der Gründer versieht, leidet er an Burn-Out, Depressionen oder erleidet einen Herzinfakt. Man kann dies nicht vollkommen vermeiden. Aber man kann seine Prioritäten anders setzen. So hat man – beispielsweise bei beruflichen Misserfolgen oder Stress – ein weiteres Standbein, was einen aufrecht erhält.

Der Autor Artikels – Clayton M. Christensen (Autor des Buches „The Innovators Dilemma„) – , welcher unter mehreren Jobs auch Professor an der Harvard Business School ist, hat dafür drei spezielle Fragen an seine Studenten und in dem Artikel dann auch an die Leser, gerichtet, die wir uns stellen sollten. Und das am besten sofort, da wir später keine Zeit mehr haben werden, um darüber nach zu grübeln.

Wie kann ich sichergehen, dass ich in meiner beruflichen Karriere glücklich sein werde?

Wie kann ich sichergehen, dass meine Beziehung zu meiner Frau und meiner Familie für mich zu einer Quelle dauerhaften Glücks wird?

Wie kann ich sichergehen, nicht im Gefängnis zu landen?

Christensen investierte während seines Studiums in Oxford jeden Abend eine Stunde darin, zu lesen und über den Sinn des Lebens nach zu denken. Diese kostbare Stunde fehlte ihm für sein Studium. Er hatte hart zu kämpfen mit der Zeit, aber letztendlich sagt er, dass es die wertvollste Zeit war. Diese tägliche Stunde verhalf ihm zu Klarheit über den Sinn seines Lebens.

Jeder muss seinen Sinn des Leben herausfinden….

„Denn wenn ihr nicht herausfindet, worin dieser Sinn besteht, werdet ihr ohne Ruder auf das stürmische Meer des Lebens hinausfahren und nur ein hilfloser Spielball der Wellen sein. Klarheit über Sinn und Ziel unserer Existenz ist mehr wert, als sich in leistungsorientierter Kostenrechnung, Balanced Scorecard, dem Konzept der Kernkompetenz, der disruptiven Innovation, den vier P´s und dem Fünf-Kräfte-Modell auszukennen.“ (Zitat aus dem HBM Ausgabe 2011, S. 31)

„Die Wahl und erfolgreiche Ausübung eines Berufs ist nur eine Möglichkeit, diesen Sinn zu erfüllen. Doch wenn man gar keinen tieferen Sinn verfolgt, kann das Leben mit der Zeit schal und leer werden.“ (Zitat aus dem HBM Ausgabe 2011, S. 31)

Vor allem durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, welche in Amerika sich sehr deutlich offenbarte, rückte nicht mehr der finanzielle Erfolg in den Mittelpunkt des Lebens, sondern das Glück. Die Studenten von Christensen begannen das Studium noch mit der Erwartung unbegrenzte Möglichkeiten nach dem Studium zu haben. Sie sahen allerdings im Laufe des Studiums, wie schnell die Wirtschaft zerfallen kann und wie an der finanziellen Misere Familien zerbrachen und sich sogar Personen das Leben nahmen.

Sein privates Leben zu managen, ist genauso, wie auch ein Unternehmen zu managen. Auch im privaten Leben muss man Strategien entwickeln. So zeigte Christensen seinen Studenten, wie sie Strategien entwickeln können und sie auf ihr privates Leben anwenden können.

Es macht einen persönlich glücklich, wenn man anderen nicht vorgibt, was sie zu tun haben, sondern wenn man ihnen dazu verhilft, selber ihren Weg zu finden und Strategien für sich zu entwickeln. Ein Psychologe macht das nicht anders. Er schreibt uns nicht vor, was wir zu tun haben, sondern er weißt uns einen Weg. So kann man Arbeitskulturen als ein hilfreiches Managementtool im eigenen Unternehmen schaffen, aber auch in seiner eigenen Familie…. und das am besten, bevor die Kinder in die Pubertät kommen.

Um die letzte Frage zu beantworten, die wir uns stellen sollten (Wie kann ich sichergehen, nicht im Gefängnis zu landen?). Die Antwort: Seinen Prinzipien treu sein.

Klingt leicht, aber ist es durchaus nicht. Benennen wir es mal an einem simplen Beispiel: Wir besuchen einen Verein. Jeden Freitagabend. Und dann steht ein anderes Ereignis an, welches man besuchen will. Man denkt sich: Gut, einmal kann ich es doch wohl mal ausfallen lassen. Aber da ist der Punkt, wenn man es einmal macht, dann ist das der Anfang und man wird es dann in Zukunft nicht mehr so ernst nehmen. Und schnell kann man mit einem Bein im Gefängnis stehen. Natürlich nicht bei diesem Beispiel, aber im Berufs- und Familienleben kann das mit anderen Dingen durchaus schnell passieren.

Bleibe bescheiden und erhebe dich nicht gegenüber anderer Personen. Das wird euch im Lernprozess behindern. Auch von Menschen, die weniger gebildet oder weniger weiser erscheinen, kann man durchaus viel lernen und euch steht dann sogar unbegrenztes Lernpotenzial zur Verfügung.

„Normalerweise kann man nur bescheiden sein, wenn man mit sich selbst zufrieden ist – und dann hat man automatisch das Bedürfnis, auch seinen Mitmenschen zu dieser inneren Zufriedenheit zu verhelfen. Wenn jemand auch anderen Leuten gegenüber arrogant, abwertend oder beleidigend verhält, ist das fast immer ein Zeichen dafür, dass es ihm an Selbstwertgefühl fehlt, Solche Menschen müssen andere Personen abwerten, um ein positiveres Bild von sich selbst haben zu können.“ (Zitat aus dem HBM Ausgabe 2011, S. 36)

Ich bin Atheist und bin somit nicht gläubig. Die Gläubigen stehen am Ende vor dem jüngsten Gericht. Gott wird wohl nicht euer Leben nach dem verdienten Geld bewerten.

Ich persönlich werde am Ende vor meinem eigenen jüngsten Gericht stehen. Mir selber. Und will dann in meinen letzten im Kopf produzierten Film des Lebens nicht mein Leben bereuen müssen bzw. das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben.

So stellt euch nun die Frage, was euer Sinn des Lebens ist.

 

Quellen und Literatur:

Artikel: Christensen, C.M., Der Sinn des Lebens, in: Harvard Business Manager, Januar 2011, S. 26ff

http://books.google.de/books?id=SIexi_qgq2gC&printsec=frontcover&dq=clayton+m.+christensen&source=bl&ots=AhAOgCG8Ik&sig=VwlGEV7pbheNGlBVgSfWLbi2RjA&hl=de&ei=6fMZTYiSHMi08QOOpcGDBw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=13&ved=0CHYQ6AEwDA#v=onepage&q&f=falsehttp://www.claytonchristensen.com/bio.html

http://drfd.hbs.edu/fit/public/facultyInfo.do?facInfo=bio&facEmId=cchristensen

http://www.claytonchristensen.com/bio.html

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2 Antworten zu “Der Sinn des Lebens…. und wie man Management im Unternehmen und Privaten managt…

  1. Chris 03/01/2011 um 15:50

    Sehr, sehr interessanter Artikel. Gefällt mir echt gut. Ich werde mir heute Abend auch mal eine Stunde Zeit nehmen, um über meinen ganz eigenen Sinn des Lebens nachzudenken.

    LG Chris

  2. Warrior_Rashid 03/01/2011 um 19:58

    Hey Feuerherz,

    cooler Artikel. Ich habe auch den HBM abonniert und kenne den Artikel…

    Ich finde das Thema Glück oder auch glücklich sein nur sehr heikel.
    Ich bin der Meinung, dass man durch das Ratschläge geben wie du es beschreibst, gewiss ein Freudegefühl verspürt. Vor allem, wenn man weiß, dass man einem Freund oder auch fremden Person weiterhelfen konnte.

    Glücklich zu sein besteht für mich aus mehreren Komponenten wie zum Beispiel:
    – Wohlbefinden/Gesundheit
    – Zufriedenheit im Job
    – Harmonie in der Familie
    – echte, zuverlässige Freunde zu haben
    – keine/kaum finanzielle Sorgen zu haben
    – Work-Life-Balance sollte stimmen
    – emotinale Stabilität

    Und sicherlich noch weitere Punkte, deren Prioritäten sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.
    Allerdings sehe ich es als große Herausforderung für jeden Menschen, die gleichzeitige Zufriedenheit aller Punkte zu erfahren, um dann im Resultat „glücklich zu sein“.

    Ich sehe die Frage „…und bist du momentan glücklich“ deshalb auch als etwas sehr persönliches an.

    Als Lösung habe ich für mich persönlich entschlossen, einigen Worten des Dudens nicht so eine große Bedeutung zu schenken und sie mit etwas mehr Gelassenheit anzusehen 😉
    Denn der Druck auf unseren Schultern wird sonst eines Tages zu groß…und Menschen, wie der ehemalige Torwart der deutschen Nationalmannschaft Robert Enke,nehmen sich das Leben.

    Als Folge des Financial Meltdowns haben sich Menschen sicherlich auch das Leben genommen, da sie solch einfachen Worten wie Glück oder das Streben nach finanzieller Freiheit eine zu große Bedeutung geschenket haben.

    Und der Sinn des Lebens, so habe ich von meinem Meditationslehrer Aditja gelernt, ist es, dem Leben einen Sinn zu geben. So sagte es auch einst Sri Chinmoy.

    Interessant wäre es nun also zu erfahren, welche Unternehmen die bereits angesprochene Denkweise vertreten und umsetzten?

    Für heute,

    Lg

    Warrior Rashid

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