„Facebook insolvent?“

So könnte die Schlagzeile in einigen Jahren vielleicht lauten! Warum? In der deutschen Internetmetropole Berlin braut sich etwas zusammen. Ein kleines Startup („See You Online„) versucht eine neue Community-Plattform an den Markt zu bringen und zieht dabei mit einem interessanten Konzept ins Feld. Von Sascha S. Pfordte

David gegen Goliath

Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Auf der einen Seite ein kleines berliner Startup, auf der anderen Seite etablierte Branchenriesen, wie Facebook, StudiVZ, elitepartner, friendscout24,…die Liste derer, die sich in den verschiedensten Communitymärkten um die User reissen ist lang, eine Herausforderung schier wahnsinnig.

Realistische Chance

Ich habe mir das Unternehmen angeschaut und sehe dennoch ralistische Chancen den Goliaths der Branche einen Stein gen Schädel zu werfen.

Geschäftsmodell

 

Geschäftsmodell "See You Online"

Runde 1: Datenschutz durch „Freemium

Das Ertragsmodell entspricht dem typischen „Freemium“-Konzept. Einen Teil der Leistungen der Plattform kann der User kostenlos verwenden. Möchte er jedoch auch auf zusätzliche Annehmlichkeiten zugreifen, muss er sein Konto auf eine Premiummitgliedschaft (11,90 EUR – 19,90 EUR) „upgraden“. Den Vorteil sehe ich hier darin, dass sich das Unternehmen finanzieren kann, ohne die User mit lestiger Werbung dauerzubeschallen oder Userdaten für zielgerichtete Werbung zu verwenden.

Im Gegenzug ist der mangelnde Datenschutz beim Social Network-Giganten Facebook Dauerthema (4) und bis heute tut sich der Riese schwer mit dem Thema. Punkt an See You!

Runde 2: „Usability“

Durch die Desktopoptik der Plattform wird dem User das parallele Netzwerken und Austauschen ohne vor- und zurückskippen auf den Seiten oder das Öffnen mehrerer Tabs im Browser ermöglicht, wie auf dem normalen Desktop. Ich finde diese Lösung nicht nur zeitgemäß, sondern auch sehr benutzerfreundlich.

Wieder Punkt für SeeYou!

Runde 3: Funktionen

Bei den Funktionen kann das Establishment noch auf den Zeit- und Finanzvorsprung bauen. Einige Funktionen, wie beispielsweise ein Chat, der meiner Meinung nach eigentlich schon zur Grundausstattung solcher Plattformen gehört, wird beispielsweise erst im kommenden Monat fertiggestellt. Dafür kann SeeYou mit Features basierend auf der Desktopgestaltung aufbauen, wie beispielsweise mit dem Anlegen von Verknüpfungen zu favorisierten Profilen.

Da aber zumindest bis zum 01.01. noch entscheidende Sachen fehlen: an dieser Stelle Punkt für die Großen.

Runde 4: Deutsche Nachhaltigkeit und Familienunternehmenskultur

Ein weiterer Pluspunkt für SYO ist aus meiner Sicht die Nachhaltigkeit eines deutschen Familienunternehmens, die hinter der Plattform steht. Dafür spricht die komplette Eigenfinanzierung ohne VCs oder ähnlichem, die den Gründern Freiraum lässt ethisch und ökonomisch richtige und nachhaltige Unternehmenspolitik zu führen (ein Thema für The Shaman). Ziel sei nicht der maximal gewinnbringende Exit, sondern der Aufbau einer guten Plattform als Existenzsicherung für die Familie und auch einige User(!).

Im Gegenzug dazu sind die meisten anderen Startups der Branche VC oder anders fremdkapitalfinanziert.

Punkt für SY.

Runde 5: Verdienstmöglichkeit durch Customer-Revenue-Share

Quelle: (5)

Geld bezahlt, für irgendwelche Premiumaccounts, hat sicher jeder schon einmal von euch – soweit nichts neues. Aber Geld bekommen? Das ist neu – für mich zumindest. Das funktioniert wie folgt:

Kernproblem an einer Community ist? Richtig! Die Community, die man als Neuling am Anfang nicht hat. Während die Pioniere der Branche, wie beispielsweise StudiVZ, noch weitestgehend auf Mundpropaganda setzen konnten, lief für nachkommende Plattformen viel über teures Marketing (Lokalisten, o.ä.). Um das zu finanzieren, kann man sich aussuchen, ob man sich den Strick der Bank oder den der VCs um den Hals legt. Läuft die „Kiste“ dann, verdienen die Gründer, aber vor allem die Geldgeber.

SeeYou Online geht hier jedoch den Weg des „Social Web Marketing“ (Roman Leithäuser, Head of Sales & Marketing bei See You Media), oder Customer Revenue Share, wie ich es nennen würde. Kunden (Vertriebspartner) werben Kunden, und bekommen dafür aber keine Provisionen, sondern eine langfristige Beteiligung an den durch die von Ihnen geworbenen Mitglieder generierten Umsätze.

Um von dem Revenue Share profitieren zu können muss man selber zwar Premiummitglied sein, aber das Risiko von umgerechnet 140 EUR (inkl. USt) für ein Jahr = 14 EUR/Monat ist aus meiner Sicht kalkulierbar und gering.

Als Entrepreneurial Warrior habe ich mich natürlich angemeldet, die Plattform gecheckt und auch den VP-Bereich freischalten lassen, um euch das Promovideo zugänglich zu machen.

! Hinweis zum Link: das ist natürlich mein Link, sonst könntet ihr das Video nicht sehen. Sollte jemand interesse haben sich als kostenloses Basismitglied, Premiummitglied oder sogar Vertriebspartner anzumelden, kann er den normalen Prozess durchlaufen und gilt dann als von mir geworben. Auf jeden Fall könnt ihr mich in dem Fall unter meiner E-Mail sascha.pfordte@live.de erreichen. Ich helfe euch dann euch auf der Plattform zurechtzufinden und stehe bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung: „Just do it!“. Natürlich könnt ihr mich aber auch einfach auf ein Weißbier einladen.

Den Link zum Promovideo, bei dem ihr euch mit folgendem Code: fe7e12974f , einloggen müsst, gibts hier.

Beteiligung der Leute am Umsatz, die auch dafür sorgen, entspricht meiner Meinung nach dem demokratischen Gedanken des Webs. Nicht hintereinander, sondern nebeneinander. Klarer Punkt für SY.

Fazit: Kampf auf Augenhöhe

Aus meiner Sicht gehen die etablierten natürlich mit den üblichen Vorteilen in den Ring, aber SeeYou kann mit einem zeitgemäßen Konzept aufwarten und besonders durch das Customer Revenue Share-Modell auftrumpfen. Ein Kampf auf Augenhöhe mindestens. Und solange der Kampf nicht wie im folgenden Video ausgeht, profitieren wir als User in jedem Fall…euer Pfordtinger.

……………

Quellen:

(1) http://www.axxessblog.com/media/david-goliath.jpg, 10.12.2010, 11:16 Uhr

(2) http://seeyou-online.net, 09.12.2010, 21:23 Uhr

(3) http://marketing.seeyou-online.net, 09.12.2010, 22:15 Uhr

(4) http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/datenschutz-wie-facebook-daten-vernetzt-versuch-einer-versachlichung/, 10.12.2010, 16:52 Uhr

(5) http://blogs.guardian.co.uk/digitalcontent/share1may2008.jpg, 10.12.2010, 17:03 Uhr

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5 Antworten zu “„Facebook insolvent?“

  1. girlmeetspearl 11/12/2010 um 09:57

    Ich glaube, das Ganze wird schon an der Bezahlung scheitern. Die Nutzer sind im Internet an die Gratiskultur gewöhnt und ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand dafür bezahlen wird. Und wenn man einmal richtig in nem Ding wie Facebook drin ist, wechselt man auch nicht so schnell, weil man auf der neuen Plattform erstmal „alleine“ sein wird. Ich fürchte, Facebook hat vorerst gesiegt. Mich haben sie allerdings nicht erwischt!

    • Sascha S. Pfordte 11/12/2010 um 10:12

      Servus girlmeetspearl,

      ich denke nicht, dass es daran scheitern wird, weil die Basisvariante kostenlos ist. Ich entschuldige mich, wenn das nicht gut rübergekommen ist.
      Für erfolgreiche „Freemium“-Modelle im Bereich der Social-Networs gibts dann auch wieder genug „proof of concepts“, wie beispielsweise XING, um nur einen zu nennen.

      Zum anderen denke ich, dass das Interesse gerade durch die Vertriebsstrategie steigen wird und weil die Unternehmenskultur auf reinvestition und permanente Verbesserung des Produktes abzielt. In meinen Augen klare Gründe, die ein schnelles Aufhohlen der Defizite vor allem im funktionalen Bereich möglich machen. Klar ist, dass in solchen Annahmen immer ein wenig der Glaskugelleser in einem spricht 😉

      Gruß

  2. rmarearosalie 23/01/2011 um 10:36

    Facebook insolvent muss keine Illusion bleiben. In einem Artikel in der Zeit vom 22. Dezember 2010 mit dem Titel “ Geschäfte unter Freunden“ geht es um den Vorabverkauf von Facebook -Anteilen an reiche Privatinvestoren. Goldmann Sachs, ein Schwergewicht an der Wall Street haben 450 Millionen Dollar in Facebook investiert und einen 1,5 Milliarden Dollar schweren Fonds aufgelegt. Anteile können nur Klienten von Goldmann Sachs erwerben, bei einer Mindesteinlage von 2 Millionen Dollar. Das pikante dabei, der Verkauf erfolgt ausserbörslich, was bedeutet, dass keine Aufsichtsbehörde Einblick in die Unternehmensdaten bekommt und auch gesetzlich Auflagen über quartalsweise Berichterstattungspflichten ausser Kraft gesetzt werden. Damit haben die Käufer im Falle einer Insolvenz keinerlei rechtlich Handhabe und tragen das volle Risiko. Um dieses Risiko zu minimieren und damit den großen Reibach für eine handverlesene Anlegerkaste von Hedgefonds, Beteiligungsfirmen, Pensionskassen und reichen Privatiers zu sichern braucht man das „dumme Geld der Kleinanleger“. Sie sind nicht bevorrechtigt sondern müssen auf den offiziellen Börsenang warten. Dabei finden sich durchaus Parallelen zur Dotcom-Blase während des New Economy Hyp vor ca. sechs Jahren. Insidern zufolge wussten die Anleger des smart oder clever Money-Kreises sehr wohl, dass ihre Anteilsscheine überbewertet waren, konnten Sie jedoch aufgrund vertraglich vereinbarter Haltefristen nicht verkaufen. Dabei hatten die Emittenten diese Haltefristen so bemessen, das Sie fast zeitgleich mit dem Börsengang endeten. Und damit konnten die bevorzugten Aktienkäufer der ersten Stunde ihre völlig überbewerteten Papiere an ahnungslose Privatanleger verkaufen, die dann auf den Verlusten sitzen blieben. Auch bei Facebook soll Goldman Sachs seinen Exklusivkunden eine Haltefrist bis 2013 verordnet haben. Ist es nun Zufall oder Berechnung, dass die Haltefrist kurz nach dem erwarteten Börsengang endet? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    • Sascha S. Pfordte 26/01/2011 um 20:28

      Ein interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang. Ich werde das Thema mal etwas genauer unter diesem Gesichtspunkt beobachten. Interessant wirds dann auch mal sein, wenn facebook, wie vermutet, nächstes Jahr endlich einmal seine Finanzen komplett öffentlich macht.

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