Worin ähneln sich Steve Jobs und der durchschnittliche deutsche Unternehmer?

Beide stellen mit ihrer Unentbehrlichkeit ein großes Risiko für die Firma dar.

Die jüngsten Ereignisse rund um die Apple-Aktie belegen wieder einmal, wieviel das Unternehmen von seinem Gründer abhängt. Dabei stehen deutsche Unternehmer ihm in nichts nach. Im folgenden Artikel findet ihr Studien über die Notfallregelung in deutschen Unternehmen, wie Banken das Thema betrachten und eine Darlegung von möglichen Konsequenzen an zwei Beispielen aus den letzten Jahren.

„Jobs-Schock läßt Apple-Aktie taumeln“ (Spiegel-Online, 18.01.2011)

„Die etwas andere Nacht des Apfels“ (Fokus, 18.01.2011)

„Zum Erfolg verdammt“ (FAZ, 19.01.2011)

„Die wichtigsten Köpfe neben Jobs – Apples sechs Apostel“ (FTD, 19.01.2011)

Und zusätzlich die jüngsten Entwicklungen auf einen Blick auf apfelnews.eu.

Das Szenario kommt euch bekannt vor?

Genau, Ende 2008 gab Steve Jobs die Entwicklung über seinen Gesundheitszustand bekannt, gefolgt von reißenden Schlagzeilen und einem verheerenden Aktienkurssturz.

„Apple-Chef Steve Jobs versucht, die Investoren zu beruhigen und tritt den Gerüchten über seine schweren gesundheitlichen Probleme entgegen „ (Zeit-Online, 15.01.2009)
„Steve Jobs macht Pause– Götterdämmerung bei Apple– Apple steht jetzt ohne seinen charismatischen Mitgründer da. Jobs‘ vorläufiger Ersatzmann Tim Cook ist weithin unbekannt. Analysten rechnen schon damit, dass Jobs nicht mehr zurückkommt. Mitarbeiter und Kunden in aller Welt sind besorgt.“ (FAZ, 19.01.2009)

Die Situation in Deutschland

Im folgenden werde ich euch eine Studie aus Bayern vorstellen. Hieran lässt sich ganz gut die Situation in Deutschland ablesen.

Die erste Grafik zeigt die voraussichtlichen Nachfolgelösungen für die zu übertragenden Familienunternehmen im Freistaat Bayern von 2006 bis 2010.

Weiter zeigt die Studie, inwieweit Vorkehrungen für den Fall unvorhersehbarer Ereignisse in der Geschäftsführung vorgenommen wurden. (gewichtete Ergebnisse)

Und schließlich eine Einschätzung über die Auswirkungen einer Diskontinuität in der Unternehmensführung (gewichtete Ergebnisse).

Beispiele der letzen Jahre

Aber erinnern wir uns an zwei Beispiel, die einen unterschiedlichen Verlauf nahmen.

Beispiel Althaus (Skiunfall)

  • Kein Thüringer musste sich Sorgen machen, ob ihr Bundesland ohne Führung auskommen müsste.
  • Stellvertreterin Birgit Diezel übernahm in Erfuhrt das Tagesgeschäft.
  • Ob Unfall, Krankheit oder sogar Entführung, wenn ein politisches Oberhaupt außer Gefecht gesetzt ist, greifen peinlich korrekte Stellvertreterregelungen ein.
  • Es gilt: Nicht der Mensch, sondern das Amt muss besetzt bleiben und ausgefüllt werden.

Beispiel Adolf Merckle (Selbstmord)

  • Schock für Familie und das gesamte Firmenimperium
  • Das Unternehmen war voll und ganz auf den Firmenchef konzentriert.
  • Äußerst ungünstige Situation: Durch Fehlspekulationen Merckles geriet der Konzern in eine finanzielle Notlage.
  • Identifikationsfigur fehlte für Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden.
  • Familie musste zugleich den Verlust betrauern und sich um die Rettung der Firma kümmern.
  • Banken kürzen häufig Überziehungskredit und Geschäftspartner haben mitunter ein außerordenliches Kündigungsrecht bei Änderung in der Gesellschafterstruktur oder der Geschäftsführung.

Wie sehen Banken das Thema ?

Es existieren in diesem Bereich nicht erst seit Basel II, sondern schon mit den „Mindestanforderungen an das Betreiben von Kreditgeschäften“ (MaK) zum 1. Juli 2004, gewisse Regulierungen:

  • Banken sind verpflichtet, alle Risikooptionen mit entsprechendem Eigenkapital zu hinterlegen.
  • Kreditinstitute gewichten Management und Nachfolge bereits mit 15%.
  • Firmeninhaber über 60 Jahre ohne Nachfolgeregelung sind bei der Beurteilung der Bonität ein Risikofaktor.

Fazit

Da stelle ich mir die Frage, zu welchem Zeitpunkt sollte man eine Notfallregelung in Erwägung ziehen?

So früh wie möglich?

Oder erst dann, wenn die erste Anzeichen eines Notfalls auftauchen?

Sollte ein Unternehmen überhaupt von einer Person abhängen?

Zumindest könnte darüber viel nachgedacht und diskutiert werden. Schließlich hängen viele Schicksale am wirtschaftlichen Erfolg einer Unternehmung.

Wie würdet ihr damit umgehen?

(Zurück)

http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E55007A88FDE24EFB942BB217496B8940~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:die-wichtigsten-koepfe-neben-jobs-apples-sechs-apostel/50216804.html

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/tid-21034/apple-die-etwas-andere-nacht-des-apfels_aid_591387.html

http://www.apfelnews.eu/tag/apple-aktie/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740171,00.html

IfM Bonn „Unternehmens-nachfolge in Bayern“ Mai 2007
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5 Antworten zu “Worin ähneln sich Steve Jobs und der durchschnittliche deutsche Unternehmer?

  1. Sascha S. Pfordte 19/01/2011 um 21:12

    Ein besseres Beispiel für eine gelungene Nachfolge im deutsche Mittelstand ist für mich eigentlich die von Daniel Wall, der seinen Vater Hans unternehmerisch beerbt hat. http://www.youtube.com/watch?v=NCJCY0TkHvI

    Gerade noch so gut gelungen ist die Nachfolge bei FISCHER (zumindest unternehmerisch). Was aber alles hätte passieren können könnt ihr hier lesen: http://www.welt.de/wirtschaft/article1001215/Der_Duebel_Koenig_siegt_ueber_seine_Tochter.html

    Abschließend muss ich zur Eingangsfrage jedoch festhalten, dass deutsche Unternehmer – leider – relativ wenig mit einem Steve Jobs gemein haben.

    • feuerherz 20/01/2011 um 12:28

      Ich denke, dass das Problem darin liegt, dass Apple-User eine gewisse Gemeinschaft bilden und sich dem Produkt und der Firma (unerklärlicherweise) zugehörig fühlen. Steve Jobs ist der charismatische Schöpfer dieser Gemeinschaft, die glatt schon sektenähnliche Züge erkennen lässt. Ohne ihn gibt es, wie in einer Sekte, keinen Führer/Leiter und somit keinen mehr, zu dem die Anhänger aufblicken können.

      Wie du ja weißt, bin ich auch Apple-User und lobe meine Apple-Produkte (bis auf das iPad) auch gerne hoch… Sind ja auch tolle Produkte ;-)… Ich kann aber diese absolute Zugehörigkeit, welche schon nahezu einer Anbetung von Steve Jobs gleicht, keineswegs verstehen.

  2. The Shaman 20/01/2011 um 19:16

    Ach ja, die alten Erbschaftsprobleme. Ist schon verrückt wie die Familienprobleme der Fischers in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Aus der Sicht der psychologischen Systemlehre, kann ich nur eins sagen:“Ehre immer das, was vor dir war, sonst wehrt sich das System/die Gruppe/die Familie/das Feld automatisch und du wirst deine Ideen nicht einbringen können“. Da hilft eine symbolische Geste schon, wie z.B. das aufhängen eines Bildes vom Gründer oder Vorgänger in der Empfangshall, nur ein Beispiel. Spürt mal in die Geste hinein und ihr könnt sofort Rückenwind fühlen……..

  3. Monex 27/01/2011 um 20:13

    ………….Apple-CEO Steve Jobs hat seinen Mitarbeitern gestern mitgeteilt dass er aus gesundheitlichen Grunden erneut eine Auszeit nehmen musse. .Jobs schrieb Team auf meinen Wunsch hin hat mich die Geschaftsfuhrung freigestellt so dass ich mich auf meine Gesundheit konzentrieren kann.

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