PaperC, quo vadis?

Gemeinfreies WerkZukunftsszenario für PaperC

Vergangenen Dienstag hat PaperC mit „United Nations University Press“ einen weiteren Verlag für seine eBook-Plattform gewonnen. Wenige Stunden später der 1000. Fan auf dem facebook-Profil. Es geht vorwärts, aber der große Wurf lässt weiter auf sich warten. Denn – der Springer-Verlag tut sich weiter schwer mit dem neuartigen Geschäftsmodell, dass die Verlagsbranche zumindest zeitweise auf den Kopf zu stellen „droht“.  Viele sagen „ohne Springer wird es nichts!“ und die Zeit läuft – gegen PaperC? Überlegungen über die Zukunft des sympathischen Startups. Von Sascha S. Pfordte

Das Internet steckt in einem Konsolidierungsprozess. Man spürt an den Reaktionen der großen Unternehmen im Onlinebusiness, dass der Markt im Internet nicht mehr so stark wächst, wie noch vor wenigen Jahren. Eigenes Wachstum gibt es derzeit hauptsächlich auf Kosten des Wachstums der Konkurrenz.

Die strategischen Zukäufe von eBay und Amazon im Modebereich, die umfangreiche Offlinewerbung von Google für seinen Chrome-Browser oder die Spekulationen über den Börsengang von facebook sind nur einige Indikatoren dafür, wie die Unternehmensstrategien zunehmend vom Wachstum über Nutzung des freien Marktpotentials auf Wachstum durch „Eroberung“ fremder Marktanteile umgestellt werden.

„Es überlebt der, der sich am besten anpasst!“Urheber Benjamin Klingebiel

Auch die Macher bei PaperC werden den obigen und weiteren Bewegungen im Netz mit wachem Auge gegenüberstehen. Denn, wie wichtig die Entscheidungen der Großen der Branche für die kleineren deutschen Internet Startups sind zeigt der glückliche Exit von brands4friends. Der berliner Shopping-Club stünde heute wahrscheinlich mit dem Rücken zur Wand, wenn nicht Amazons Offerte an Vente Priveé von dem französischen Shoppingclub abgelehnt worden wäre. So wäre Amazon mit den Fransozen unterwegs, wohingegen eBay wohl immer noch eine glückliche Verbindung mit BuyVip führen würde. Sich gegen diese Konkurrenz erfolgreich durchzusetzen hätte für brands4friends dieser Kontrahenten wohl eine Mammutaufgabe dargestellt.

Wie könnte nun in der Gesamtbetrachtung des Internets die Zukunft von PaperC aussehen? Exit oder „game over“? – oder vielleicht doch der erfolgreiche Weg als Einzelkämpfer?

Wegweiser für die zukünftige Strategie ist aus meiner Sicht der Springer-Verlag. „Ohne geht es nicht!“, sagen nicht nur andere – auch ich denke, dass es ohne die vielen wissenschaftlichen Publikationen des Verlages nicht einfacher wird zu überleben oder einen erfolgreichen Exit zu liefern.

Google als mächtiger Partner?

Die interessanteste Variante wäre aus meiner Sicht eine Kooperation mit oder ein Exit an Google. Die Amerikaner hättens nötig: Zu viele Trends wurden in den letzten Jahren verpasst.

Erst kürzlich hat Groupon eine Übernahme abgelehnt. Zunehmend ist im Internet zu lesen, dass Google wie Microsoft geworden wäre und facebook das neue Google sei. Darüber kann auch der neue Google-Dienst „HotPot“ nicht hinwegtäuschen.

PaperC würde hingegen Google eine Möglichkeit bieten einen neuen „Revenue Stream“ zu erschließen. Es ließe sich zudem sehr gut als Ersatz für den aus meiner Sicht sehr unhandlichen Service von Google-Books einführen. Aber das Beste daran: Google hat eine viel bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Springer-Verlag.

Zwar fiele der Exit-Erlös mit Springer in der Tasche wohl um einiges höher aus, aber auch ohne könnte man unter den Fittichen des Datenkraken plötzlich neu und auf Augenhöhe verhandeln.

Schließlich wäre man so auch sicher untergebracht, bevor ausländische Copycats den Markt von hinten aufrollen.

In diesem Sinne…

Weitere Links zu PaperC

Der PaperC-Blog

PaperC: Der elektronische Copyshop (Handelsblatt)

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin als Quelle von StartUps….Diesmal PaperC (Berlin Internet Startups)

……….

Quelle

Onlinequellen von oben nach unten

https://entrepreneurialwarriors.wordpress.com/2010/12/31/amagooglefacebay-com/#more-1312, 28.01.2011, 10:08 Uhr

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Facebook-laesst-was-blicken-article2304766.html, 28.01.2011, 10:08 Uhr

http://www.pcgameshardware.de/aid,808741/Google-Hotpot-Deutschland-Start-in-Kuerze/Internet/News/, 28.01.2011, 10:08 Uhr

Bildquellen von oben nach unten:

gemeinfrei, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a5/Domine%2C_quo_vadis.jpg/419px-Domine%2C_quo_vadis.jpg

Benjamin Klingebiel, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a5/Domine%2C_quo_vadis.jpg/419px-Domine%2C_quo_vadis.jpg

eigene Darstellung

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8 Antworten zu “PaperC, quo vadis?

  1. Pingback: Tweets that mention PaperC, quo vadis? « Berlin Internet-Startups -- Topsy.com

  2. warriorneo 28/01/2011 um 15:10

    hi sascha, wie am mittwoch besprochen, ich teile so ziemlich deine meinung.
    hab mir mal die mühe gemacht, den artikel der ftd rauszusuchen, der behauptet, dass google microsoft nacheifere: http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:behaebigkeitsfalle-google-muss-zurueck-zur-startup-kultur/50217718.html

  3. Warrior_Rashid 28/01/2011 um 19:03

    Hallo Sascha,

    klasse, dass du auch den Darwinismus für dich entdecken konntest:-)
    Wer heute am Markt überleben will, muss sich zwangsläufig „anpassen“, entweder um mit der Konkurrenz mitzuhalten oder um weitere Marktanteile auszubauen und sich einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen – vgl. hierzu auch meinen Artikel zur Übernahme von BuyVIP:

    go to: https://entrepreneurialwarriors.wordpress.com/2010/11/28/deal-or-no-deal-amazon-ubernimmt-den-shoppingclub-buyvip/

    Im Fall von PaperC sind in den letzten Jahren immer mehr Verlage dazu gekommen.
    Ich gebe deshalb an dieser Stelle auch mal den Denkanstoß in die andere Richtung und behaupte:

    Springer wird sich anpassen müssen! Wenn PaperC weiterhin die Anzahl der kooperrierenden Verlage steigern kann wird irgendwann auch der „Goliath“ Spinger sich der Branche anpassen.

    Und nach der letzten PaperC Finanzierungsrunde, die sechs stellig ausgefallen ist, bleibt erst mal wieder Raum um weiter zu expandieren.

    Deine Exit-Strategie halte ich für eine gute Idee, Sascha.
    Google sollte zu schlagen und kann gewiss PaperC durch Google Books perfekt integrieren.
    Ich würde den Jungs echt wünschen, dass vorher Springer soweit in die Ecke gedrängt wird, dass sie kooperieren müssen, damit die Exit-Summe auch richtig schön hoch ausfällt 🙂

    Lg,

    Warrior-Rashid

  4. Sascha S. Pfordte 01/02/2011 um 08:59

    Da hat man doch mal wieder Googles Kreativität! http://bit.ly/hqpaRv

  5. Warrior_Rashid 01/02/2011 um 11:21

    Hey Sascha,

    nette Erhebungen, die business insider da veröffentlicht hat.

    Was jedoch für mich interessant war, ist der folgende Aspekt:

    „The pattern of decay continues until the clickthrough rate gets so low that Facebook removes it, and the advertiser is forced to start over again.“

    Einige Firmen betreiben auf Facebook nämlich lediglich Marken/Logo-Branding!
    Das heißt, der begleitende Text zur Werbekampagne ist bewusst nicht kundenanziehend.
    Folglich klicken ‚wir‘ die Werbung auch nicht an.
    Wir haben jedoch das Logo des Unternehmens wahrgenommen und unterbewusst gespeichert.
    Vor allem, da es sicherlich über 14 Tage bei jedem Login erneut angezeigt wird.

    Für die Idee, bekommen die Unternehmen von mir ein „i like“ 😉

    Lg

    Warrior Rashid

  6. Pingback: Lesenswert: Pro Copycats, wooga, PaperC, Onlinewerbung, Flugsuchmaschinen, Foursquare :: deutsche-startups.de

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